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Nicht nur E-Mails, sondern auch einzelne Dateien können Sie mit Gpg4win signieren und verschlüsseln. Das Prinzip ist das gleiche:
Mit der Anwendung GpgEX können Sie Dateien ganz einfach aus Ihrem Windows Explorer heraus signieren oder verschlüsseln - egal ob OpenPGP oder S/MIME. Dieses Kapitel erläutert Ihnen, wie das genau funktioniert.
Sollten Sie eine Datei als E-Mail-Anhang verschicken, übernimmt z.B. GpgOL automatisch die Signierung bzw. Verschlüsselung der Datei zusammen mit Ihrer E-Mail. Sie brauchen sich in diesem Fall nicht gesondert darum kümmern.
Beim Signieren einer Datei kommt es nicht vorrangig auf die Geheimhaltung, sondern auf die Unverändertheit (Integrität) der Datei an.
Die Signierung können Sie bequem mit GpgEX aus dem Kontextmenü des Windows Explorer ausführen. Selektieren Sie eine Datei und öffnen Sie mit der rechten Maustaste das Kontextmenü:
Selektieren Sie im erscheinenden Fenster die Option Nur signieren:
Im letzten Abschnitt Signatur-Zertifikate wählen Sie - sofern nicht schon vorausgewählt - Ihr (OpenPGP oder S/MIME) Zertifikat aus, mit dem Sie die Datei signieren möchten.
Klicken Sie nun auf [Weiter].
Nun haben Sie die Möglichkeit, die Auswahl der zu bearbeitenden Dateien zu bestätigen und ggf. die Auswahl zu korrigieren.
Sie müssen nun Ihre Passphrase in den aufkommenden Pinentry-Dialog eingeben.
Nach erfolgreicher Signierung erhalten Sie folgendes Fenster:
Abhängig davon, ob Sie OpenPGP oder S/MIME zum Signieren genutzt haben, erhalten Sie als Ergebnis eine Datei mit der Endung .sig (bei OpenPGP) oder .p7s (bei S/MIME).
Beim Signieren einer Datei wird stets eine „abgetrennte“ (separate) Signatur verwendet. Dies bedeutet, dass Ihre zu signierende Datei unverändert bleibt und eine zweite Datei mit der eigentlichen Signatur erzeugt wird. Um die Signatur später zu überprüfen, sind beide Dateien notwendig.
Folgendes Beispiel zeigt noch einmal, welche neue Datei Sie erhalten, wenn Sie Ihre ausgewählte Datei (hier <dateiname>.txt) mit OpenPGP bzw. S/MIME signieren:
Wir wollen nun überprüfen, ob die eben signierte Datei integer (inkorrekt) ist.
Zum Überprüfen der Unverändertheit (Integrität) und der Authentizität müssen die Signatur-Datei und die signierte Datei (Originaldatei) in dem selben Dateiordner liegen. Selektieren Sie die Signatur-Datei - also die mit der Endung .sig oder .p7s - und wählen Sie aus dem Kontextmenü des Windows Explorer den Eintrag Entschlüsseln und überprüfen:
Die Option Eingabe-Datei ist eine angehängte Signatur ist aktiviert, da Sie ja Ihre Originaldatei (hier: signierte Datei) mit der Eingabe-Datei signiert haben. Kleopatra findet automatisch die zugehörige signierte Originaldatei.
Automatisch ist auch der Ausgabe-Ordner auf den gleichen Pfad ausgewählt. Der wird aber erst relevant wenn Sie mehr als eine Datei gleichzeitig verarbeiten.
Bestätigen Sie die gegebenen Operationen mit [Entschlüsseln/überprüfen].
Nach erfolgreicher Überprüfung der Signatur erhalten Sie folgendes Fenster:
Genauso wie E-Mails lassen sich Dateien nicht nur signieren, sondern auch verschlüsseln. Das sollten Sie im folgenden Abschnitt mit GpgEX und Kleopatra einmal durchspielen.
Selektieren Sie eine Datei und öffenen Sie mit der rechten Maustaste das Kontextmenü:
Sie erhalten den Dialog, den Sie vom Signieren einer Datei (vgl. Abschnitt 18.1) schon kennen.
Entscheiden Sie sich im oberen Feld für die Option Nur Verschlüsseln:
Klicken Sie auf [Weiter].
Nun haben Sie wieder die Möglichkeit, die Auswahl zu bestätigen oder zu korrigieren:
An wen soll die Datei verschlüsselt werden? Wählen Sie im folgenden Dialog einen oder mehrere Empfänger aus:
Klicken Sie nun auf [Weiter], um Ihre Datei zu verschlüsseln.
Nach erfolgreicher Verschlüsselung sollte Ihr Ergebnisfenster etwa so aussehen:
Wie beim Signieren einer Datei hängt das Ergebnis von der gewählten Verschlüsselungsmethode (OpenPGP oder S/MIME) ab.
Beim Verschlüsseln Ihrer Originaldatei (hier <dateiname>.txt) sind insgesamt vier Dateitypen als Ergebnis möglich:
Eine der vier verschlüsselten Ergebnisdateien geben Sie nun an Ihren ausgewählten Empfänger weiter. Anders als beim Signieren einer Datei wird die unverschlüsselte Originaldatei natürlich nicht weitergegeben.
Nun kann die zuvor verschlüsselte Datei zum Testen einmal entschlüsseln werden.
Dazu sollten Sie vorher beim Verschlüsseln auch an Ihr eigenes Zertifikat verschlüsselt haben - andernfalls können Sie die Datei nicht mit Ihrer Passphrase entschlüsseln (vgl. Kapitel 11).
Selektieren Sie die verschlüsselte Datei - also die mit der Endung .gpg, .asc, .p7m oder .pem - und wählen Sie aus dem Kontextmenü des Windows Explorer den Eintrag Entschlüsseln und überprüfen:
Geben Sie anschließend Ihre Passphrase ein.
Das Ergebnis zeigt, dass die Entschlüsselung erfolgreich war:
Sie haben gelernt, wie Sie mit GpgEX:
können.
Ihnen ist diese Option bestimmt schon in den entsprechenden Dialogen aufgefallen. Wählen Sie sie aus, dann kombiniert GpgEX beide Aufgaben in einem Schritt.
Bechten Sie, dass immer zuerst signiert erst danach verschlüsselt wird.
Die Signatur wird also immer als geheim mitverschlüsselt. Sie kann nur von denjenigen gesehen und geprüft werden, die die Datei erfolgreich entschlüsseln konnten.
Möchten Sie Dateien signieren und verschlüsseln ist das derzeit nur mit OpenPGP möglich.
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